Warum wird das Eiklar weiss und fest?

Warum wird das Eiklar weiss und fest?

Eiklar besteht zu 10% aus Protein (Ovalbumin). Hitze denaturiert Proteine, d. h. sie verändert deren Struktur im Raum. Im relativ farblosen und durchsichtigen Eiklar schwimmen die Proteine als Kügelchen im Wasser.

Das Licht kann fast ungehindert durchscheinen. Nach dem Erhitzen erscheint das nun feste Eiklar weiss, weil sich ein Proteinnetzwerk gebildet hat, durch welches das Licht nicht einfach durscheinen kann. Es wird in alle Richtungen gestreut und das Eiklar erscheint weiss.

Flüssiges Eiklar

Im flüssigen Eiklar sind die Proteine ganz klein verpackt und reflektieren aufgrund ihrer geringen Grösse das Licht nicht. So scheint das Licht ungehindert durch und das Eiklar erscheint durchsichtig.

Gekochtes Eiklar

Beim gekochten Eiklar haben sich die Proteine zu grossen Klumpen zusammengetan. Sie reflektieren alle Wellenlängen des sichtbaren Lichts in alle Richtungen. Das Licht wird also unselektiv gestreut und das gegarte Eiklar erscheint weiss.

Was ist Denaturierung?

Was ist Denaturierung?

Bei der Denaturierung verändert sich die Faltung eines Proteins, so dass Aminosäurereste, die im Inneren waren, an die Oberfläche gelangen. Dadurch ändern sich die Oberflächeneigenschaften des Proteins – von hydrophil wird es zu hydrophob und es ist nicht mehr in Wasser löslich. Die einzelnen nun hydrophoben Proteine legen sich zu einem Netz zusammen.

Proteindenaturierung im erhitzten Ei

Protein

Flüssiges Eiklar

Im flüssigen Eiklar sind die Proteine kugelförmig, die hydrophilen Abschnitte umschliessen die hydrophoben.

Gekochtes Eiklar

Wird das Ei erhitzt, ändert sich die Faltung der Aminosäureketten, hydrophobe Aminosäuren gelangen an die Oberfläche der Proteine. Diese hydrophoben Bereiche kommen sich näher und lagern sich aneinander: Ein Netzwerk entsteht.

Was versteht man unter Aussalzen von Eiweissen?

Was versteht man unter Aussalzen von Eiweissen?

Bei der Aussalzung von Eiweissen werden Proteine mithilfe von Salz unlöslich gemacht und sie trennen sich von der Lösung, in der sie sich befinden. Man spricht auch von einer Fällung von Proteinen. Das passiert, weil Salzionen in hoher Konzentration mit den Proteinen um die Wassermoleküle konkurrieren. Dadurch stehen den Proteinen weniger Wassermoleküle zur Verfügung. Die Proteine wechselwirken somit vermehrt miteinander statt mit dem Wasser, bilden Klumpen und fallen aus. Salz kann aber auch zur Denaturierung von Proteinen führen. Daher wird beim Spiegeleierbraten gerne der Übergangsbereich zwischen Eiklar und Dotter gesalzen, der etwas dickflüssiger ist und daher weniger schnell gar wird. Das Na⁺ im Salz lagert sich an die negativ geladenen Proteine an und neutralisiert diese. So kommen sich die Proteine näher, sie verklumpen (man sagt auch: „ sie koagulieren “), und das Eiklar gerinnt schneller. Vgl. mit "Warum braucht es den Essig".

Warum wird das Eiklar weiss und fest?

  1. Erkläre mit einer Skizze und fasse zusammen.
  2. Woraus bestehen Proteine?
  3. Was passiert, wenn ein Protein denaturiert wird?

Hast du gewusst?

Hätte das Ei eine ausführliche Verpackungsbeschreibung, würde man bei den Inhaltsstoffen lesen:

  • Wasser (75.8%)
  • Aminosäuren (12.6%): Glutamat (14%), Aspartat (11%), Valin (9%), Arginin (8%), Leucin (8%), Lysin (7%), Serin (7%), Phenylalanin (6%), Alanin (5%), Isoleucin (5%), Prolin (4%), Tyrosin (3%), Threonin (3%), Glycin (3%), Histidin (2%), Methionin (3%), Cystin (2%), Tryptophan (1%)
  • Fettsäuren (9.9%): Octadecensäure (Ölsäure, 45%), Hexadecansäure (Palmitinsäure, 32%), Octadecansäure (Stearinsäure, 12%), Eicosatetraensäure (Arachidonsäure, 3%), Eicosansäure (Arachinsäure, 2%), Docosansäure (Behensäure, 1%), Tetracosansäure (Lignocerinsäure, 1%), Octansäure (Caprylsäure, <1%), Decansäure (Caprinsäure, <1%), Dodecansäure (Laurinsäure, <1%), Tetradecansäure (Myristinsäure, <1%), Pentadecansäure (<1%), Heptadecansäure (Margarinsäure, <1%), Tetradecensäure (Myristoleinsäure, <1%), Hexadecensäure (Palmitoleinsäure, <1%), Eicosensäure (Gadoleinsäure, <1%), Docosensäure (Erucasäure, <1%), Omega-6-Fettsäure: Octadecadiensäure (Linolsäure, 12%), Omega-3-Fettsäure: Octadecatriensäure (<1%), Eicosapentaensäure (EPA) (<1%), Omega-3-Fettsäure: Docosahexaensäure (DHA) (<1%)
  • Zucker (0.8%): Glukose (30%), Saccharose (15%), Fruktose (15%), Laktose (15%), Maltose (15%), Galaktose (15%)
  • Farbstoffe: E160c, E160a (Carotin), E306, E101
  • Aromen: Phenylacetaldehyd, Dodeca-2-enal, Hepta-2-enal, Hexadecanal, Octadecanal, Pentan-2-on, Butanon, Acetaldehyd, Formaldehyd, Aceton
  • Schale: E170 (Calciumcarbonat), Benzene und Benzenderivate, Ester, Furane, schwefelhaltige Substanzen, Terpene
  • u. a.

angepasst nach jameskennedymonash.files.wordpress.com/2014/01/ingredients-of-an-all-natural-egg1.pdf, Zugriff 14.12.2016

Salmonellen und Campylobacter

Salmonellen sind Bakterien, die Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts hervorrufen können. Eine Infektion von Tier zu Mensch ist möglich, z. B. über den Verzehr von rohen Eiern, die von infiziertem Geflügel stammen. Die Salmonellen befinden sich auf der Eierschale, können aber durch die Handhabung oder eine verletzte Eierschale ins Innere gelangen. Auf rohem Geflügelfleisch finden sich oft Campylobacter-Bakterien. Auch sie können eine Durchfallerkrankung auslösen. Daher ist Hygiene beim Kochen sehr wichtig.

Proteinquelle

Das Hühnerei ist eine wertvolle Proteinquelle und enthält pro Ei ca. 8 Gramm hochwertiges Protein. Zwei Eier pro Hauptmahlzeit können z. B. eine Fleischportion ersetzen. Der Cholesteringehalt der Eier beeinflusst den körpereigenen Cholesterinspiegel nur minimal und stellt kein gesundheitliches Risiko dar.

Rezepte

Spiegelei

Eiklar mit Hitzeschock

Pochiertes Ei

Ein Schuss Essig macht's rund

Meringue

Es schneit Eiklar